Pokal-HF SG Tanna/Oettersdorf – SV Jena-Zwätzen 1:2 (0:0)

Pokal-HF SG Tanna/Oettersdorf - SV Jena-Zwätzen 1:2 (0:0)

Zwei Minuten vor Schluss der regulären Spielzeit zeigt Schiedsrichter Heiko Kessler auf den Punkt im Strafraum unserer Spielgemeinschaft. Handelfmeter. Und das Fußball-Schicksal hat an diesem Tag für unsere Mannschaft kein Happy End im bis dahin spannenden Pokal-Halbfinale vorgesehen. Leon Kubelke aus Jena trifft zum 1:2 für die Zwätzener. Die verbleibende wenige Zeit reicht uns nicht mehr, um diesen Gegentreffer noch einmal zu kompensieren.

Mit dem Schlusspfiff teilt sich das Spielerlager in zwei Hälften: hier die freudestrahlenden Sieger aus Jena, dort die enttäuschten Verlierer aus Tanna und Oettersdorf.

Stopp – Verlierer gibt es an diesem Tag nicht wirklich. Zwischen beiden Teams entwickelt sich vom Anpfiff weg ein spannendes, ausgeglichenes Match. Die für ein solches besonderes Spiel standesgemäß zahlreicheren Zuschauer aus Jena und unserem SOK kommen trotz Temperaturen um den Gefrierpunkt voll auf ihre Kosten. Unsere Jungs haben bereits in den beiden vorangegangenen Pokalrunden zwei höherklassige Kreisoberligisten bezwungen. Und auch die Jenaer stellen sicherlich schon in den ersten Minuten fest, das das heute eine enge Kiste gegen uns werden wird. Unsere Mannschaft bringt vom Anpfiff weg eine hohe Konzentration und starke körperliche Präsenz auf den Platz und das Jenaer Tor wirkt das ganze Spiel über stärker unter Bedrängnis als unser eigenes.

Erneut in überragender Form präsentiert sich unsere wieder komplettierte Abwehrreihe um Maximilian Ruhsam, Pascal Reinhold, Tobias Scherf und Anton Hüttner. Das weitestgehend einzige Jenaer Angriffsmittel an diesem Tag, weite Bälle in die gegnerische Hälfte zu schlagen, wird konsequent durch schnelle und präzise Zweikämpfe entschärft. Und so ist in Hälfte eins keine zwingende Chance der Gäste zu verzeichnen.

Wesentlich gefährlicher präsentiert sich dagegen unser Offensivspiel. Unsere Schaltzentrale im zentralen Mittelfeld mit den beiden lauf-, zweikampf- und technisch starken Antriebsmotoren Lenny Hopf und Moritz Vopel  surrt zuverlässig wie am Schnürrchen und bringt unsere Spitzen und Flügel immer wieder mit Balleroberung und schnellem Umschaltspiel in Angriffsposition. Jan Krause und Chris Hammerschmidt auf den beiden Flügeln und unsere zentrale Doppelspitze mit Jonas Schmitz und Theo Hellfritsch setzen die gegnerische Abwehrreihe immer wieder unter Druck und wir generieren einige Torabschlüsse. Die beste Chance in der ersten Halbzeit hat Jonas, nachdem ein Flachschuss am herauseilenden Jenaer Keeper nur knapp das leere Gehäuse verfehlt. Leider nutzen wir unsere größeren Spielanteile und unser Chancenplus nicht, um die Führung zu erzielen. Halbzeitstand damit 0:0.

 

In der zweiten Spielhälfte bleibt es bei einem ausgeglichenen Spiel und es fallen die entscheidenden Tore noch in der regulären Spielzeit. Die Jenaer Chancenarmut wird dabei leider durch uns begünstigt. Vincent Behr, der wieder einmal seinen Job als Aushilfskeeper für unseren verletzten Torwart Moritz Wolfram sehr gut macht, klatscht einen hohen Ball aufs Tor zentral nach vorne ab vor die Füße des Gegners, der schnell schaltet und zum 0:1 in der 42. Minute einnetzt. Erfreulich dann unser schneller Ausgleichstreffer. Nachdem Jonas mit langem Ball geschickt wird, kann er nur mit Foul im Strafraum gestoppt werden. Den fälligen Strafstoß verwandelt der Gefoulte sicher. So steht es nach 47 Minuten 1:1 Unentschieden.

Beide Mannschaften spielen weiter auf die Entscheidung und es liegt wirklich sehr viel Spannung in den letzten Minuten in der Luft. Kurz bevor das Spiel zwangsläufig eine Verlängerung von 2x fünf Minuten erfährt, dann die spielentscheidende Szene. Ein Angriff der Gäste wird zunächst zweimal geblockt und der Ball landet in zentraler Position vor unserem Strafraum. Der dritte Schussversuch landet aus kurzer Entfernung an der zu weit vom Körper entfernten Schutzhand und es gibt den leider richtigen Elfmeterpfiff vom guten Schiedsrichter Heiko Kessler.

 

Das Pokalfinale nach einem tollen Fußballspiel gegen einen höherklassigen Gegner zum Greifen nahe, verpassen wir es zum Schluss doch knapp. Eine enttäuschende Erfahrung, die zum Sport dazugehört. Wichtig ist, das man selbst das Beste gegeben hat. Alles andere hängt von Dingen ab, die man selbst nicht beieinflussen kann. Für diese „beste Leistung“ können wir, Trainer und heimische Zuschauer, unserer ganzen Mannschaft ein großes Lob aussprechen. Danke für das aufopferungsvolle, spannende Spiel.